Du planst schon lange insgeheim eine Tour durch die Wildnis? Würdest so gerne einmal unter freiem Himmel schlafen und am Lagerfeuer die Sterne beobachten, traust dich aber nicht? Ich hoffe, mein kleiner Outdoor-Guide kann dir einige Fragen beantworten und dabei helfen dein langersehntes Outdoor-Abenteuer endlich in Angriff zu nehmen!

Nachhaltigkeit & Umweltschutz

Nachhaltigkeit

Eine Kanutour auf einem See oder eine Wanderung durch karge Berglandschaften – es gibt nichts Besseres als Natur,
um den Kopf richtig freizubekommen! Doch so eine Auszeit in der Wildnis bringt neben Spaß und Entspannung auch eine Menge Verantwortung mit sich. Du bist Gast in der Natur und musst dafür Sorge tragen, dass die Besucher nach dir diesen Ort genauso schön und natürlich vorfinden wie du.

Das bedarf keiner großen Anstrengungen und meistens reicht es dabei, dass du dich so verhältst, wie du es von zu Hause gewohnt bist und beispielsweise niemals deinen Müll liegen lässt. Sammle bitte auch den Abfall von anderen auf. Ich habe dafür immer einen wiederverwendbaren Müllbeutel seitlich an meinem Rucksack hängen. So kann ich beim Wandern in der Natur herumliegenden Müll einsammeln. Das sorgt sofort für ein kleines bisschen weniger Plastik und Unrat in Wald und Flur. Vermeide auch unnötige Verpackungen und nehme nur so viel Verpflegung mit, wie du unterwegs wirklich benötigst.

Tiere und Pflanzen sind empfindlich gegenüber Störungen. Nimm Rücksicht auf sie und natürlich auf andere Trekker,
die wie du die Natur genießen wollen. Beschädige keine Pflanzen, berühre keine Tiere und betrete keine Schutzgebiete.

Du solltest dir auch darüber Gedanken machen, wie du am besten zum Startpunkt deiner geplanten Tour gelangst und wie du danach wieder nach Hause kommst. Nutze dafür wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel oder Mitfahrgelegenheiten.

Wetter

Outdoor Wetterkunde

Jede Jahreszeit hat ihren ganz besonderen Reiz und schlechtes Wetter gibt es ja bekanntlich eh nicht. Du musst nur richtig gekleidet sein und die passende Ausrüstung dabei haben. Ein bisschen Regen während einer Tour ist also nicht schlimm.
Ein Gewitter mit bedrohlichem Donnergrollen, zuckenden Blitzen und mit wolkenbruchartigen Regen- oder Hagelschauern ist dagegen nicht ohne! Gerade beim Wandern in den Bergen oder bei einer Paddeltour auf dem Wasser kann es da ganz schön unangenehm und mitunter auch gefährlich werden.

Ein sich näherndes oder aufbauendes Gewitter lässt sich an der Küste und im Inland meist schon früh an den dunkel und bedrohlich wirkenden Wolken erkennen. Im Gegensatz dazu kann es in den Bergen innerhalb von 10 bis 15 Minuten buchstäblich aus heiterem Himmel entstehen. Es schadet also nicht, wenn du dich ein wenig mit den Grundlagen des Wetters auseinandersetzt. Oft kannst du nämlich schon an kleinen Anzeichen wie aufsteigendem Nebel, einem flammenden Morgenrot, Wind oder an den verschiedenen Wolkenformen erkennen, ob sich das Wetter ändern wird.
Auch Tiere reagieren sehr sensibel auf bevorstehende Wetterumschwünge.

Bei Gewitter solltest du auf jeden Fall vermeiden, die höchste Erhebung in der Umgebung zu bilden. Ganz besonders auf dem Wasser oder in den Bergen. Meide außerdem auch alleinstehende, hohe Bäume, Masten, Kreuze, freistehende Kapellen oder Scheunen und dergleichen.

Einigermaßen blitzsicher sind im freien Gelände Senken, Gräben, Löcher und Höhlen. Stehen, Sitzen oder Hocken bietet in offenem Gelände keinen Schutz und mindert die Gefahr, durch einen Blitz getroffen zu werden, nicht. Lege dich also am besten flach hin.

Es gibt übrigens eine einfache Formel, mit der du herausfinden kannst, wie weit ein Gewitter noch entfernt ist. Dazu musst du nur die Zeit zwischen Blitz und Donner in Sekunden mit 330 multiplizieren und du erhältst die ungefähre Entfernung des Gewitters in Metern.

Oft wird ein Gewitter von starken Stürmen angekündigt und begleitet. Die folgende Übersicht kann als Anhaltspunkt für die Beurteilung der Windstärke genutzt werden:

Tabelle Windstärke

Orientierung

Orientierung in der Wildnis

Wenn man in der freien Natur unterwegs ist, gibt es kaum ein Thema, das so wichtig ist wie die Orientierung.
Diese auf einer Wanderung oder einer Paddeltour zu finden und auch zu behalten kann unter Umständen Leben retten. Deshalb sollte jeder, auch ohne technische Hilfsmittel, im Gelände seinen Standort bestimmen können.

Landmarken und auffällige Wegpunkte

Eine große Hilfe bei der Orientierung in der Natur sind die sogenannten Landmarken.
Zu diesen auffälligen Geländemerkmalen zählen zum Beispiel Flüsse, Bergrücken, Schluchten oder auch Wege.
Da Landmarken in der Regel sehr groß sind, kannst du dich an ihnen über eine längere Strecke hinweg orientieren.

Aber auch kleinere Auffälligkeiten in der Landschaft wie ein besonders knorriger Baum, ein Ameisenhaufen oder andere ungewöhnliche Naturerscheinungen können bei der Orientierung hilfreich sein.

Du solltest stets versuchen, unterwegs so viel wie möglich wahrzunehmen. Wanderst du von Beginn an aufmerksam durch die Natur und nimmst ihre Besonderheiten bewusst wahr, erinnerst du dich auch an den Weg und kannst dich kaum mehr verlaufen.

Orientierung mit Hilfe der Sonne

Bei schönem Wetter ist auch die Sonne eine sehr vielseitige Orientierungshilfe. Am Morgen gegen 6 Uhr geht sie im Osten auf, mittags um etwa 12 Uhr steht sie im Süden und um 18 Uhr am Abend geht sie im Westen unter. So kannst du mit ihrer Hilfe grob die Himmelsrichtungen bestimmen und dich immer wieder neu orientieren, wenn du nicht mehr weißt, in welche Richtung du gehen musst.

Navigation mit Karte und Kompass

Egal wo du in der Wildnis unterwegs bist, du solltest stets deinen eigenen Standort bestimmen und das Gelände einschätzen können. Für die Bestimmung des eigenen Standorts gibt es heutzutage viele technische Hilfsmittel. Die nach wie vor sicherste und zuverlässigste Variante ist jedoch immer noch die Orientierung mit Karte und Kompass.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Karten: planimetrische und topografische Karten.
Eine planimetrische Karte ist zum Wandern weniger geeignet, da auf ihr ein Gebiet meist nur als flache Oberfläche gezeigt wird und sie keine näheren Informationen zur Landschaft enthält. Eine topografische Karte hingegen liefert dir nützliche Informationen über die Beschaffenheit des Geländes. Auf ihr kannst du also auch Berge, Hügel, Täler und Wälder erkennen – eine große Hilfe bei der Orientierung.

Karten sind immer nach Norden ausgerichtet. Gibt es keine diesbezüglichen Richtungsangaben, ist Norden auf der Karte in Leserichtung immer oben und Süden immer unten.

Verfolge deinen Weg von Anfang an auf der Karte mit, damit du jederzeit einschätzen kannst, wo du dich gerade befindest.

Zusätzlich zur Karte kann ein Kompass bei schlechten Sichtverhältnissen oder wenn du das Gelände aus anderen Gründen nur schlecht deuten kannst, sehr nützlich sein. Mit seiner Hilfe kann die Position sehr genau festgestellt werden.

GPS-Geräte

Die Abkürzung GPS steht für Global Positioning System und ist ein Navigationssystem zur Bestimmung der eigenen Position oder von Geländepunkten und Gebäuden. Satelliten senden dabei Daten an ein GPS-Empfangsgerät, welches daraus die Position ermittelt. Hilfreich ist das vor allem in unübersichtlichem weglosem Gelände, bei schlechter Sicht und generell, wenn es wenig Anhaltspunkte zur Orientierung gibt.

Auch wenn GPS-Geräte sehr nützlich sind, verlasse dich bitte nie alleine auf die Technik, sondern kombiniere am besten mehrere Methoden zur Orientierung.

Schlafen unter freiem Himmel

Schlafen unter freiem Himmel

Das Rascheln der Blätter, der Ruf eines Käuzchens oder ein nahes Schnauben – die erste Nacht in der Wildnis kann für einen zivilisationsverwöhnten Menschen ganz schön aufregend und unheimlich sein. Geräusche, die am Tag Sinn ergeben und problemlos zugeordnet werden können, verwirren in der Nacht und machen ganz schön unsicher.

Auch für erprobte Abenteurer ist das Übernachten im Freien immer wieder einbesonderes Erlebnis, denn näher kommt man der Natur kaum als beim Schlafen unter freiem Himmel, einem Tarp, in der Hängematte oder im Zelt.

Der richtige Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt hängt von den bisher gesammelten Erfahrungen eines Jeden einzelnen ab. Wenn du überhaupt keine Erfahrung hast und zum ersten Mal planst, eine Nacht im Freien zu verbringen, dann solltest du dir für deinen ersten Versuch komfortable Voraussetzungen schaffen. Achte vor allem auf den Wetterbericht. Er sollte stabile Bedingungen und keinen Niederschlag ankündigen. Eine warme Sommernacht mit Temperaturen über zehn Grad ist ideal. Kühle Herbst- oder gar kalte Winternächte eignen sich eher für erfahrene Draußenschläfer.

Der Lagerplatz

Dein ausgewählter Lagerplatz sollte sicher zu erreichen sein und so liegen, dass ein Abbruch der Tour – aus welchen Gründen auch immer – auch in der Dunkelheit problemlos möglich ist. Merke dir auch, wie du zurück zu deinem Ausgangspunkt kommst.

Wegen der aufsteigenden Feuchtigkeit solltest du dein Lager auch nicht direkt an einem Fluss oder Bach aufschlagen.
Auch ein Hügel ist als Schlafplatz nicht gerade optimal. Die Aussicht mag vielleicht wunderschön sein, aber am Abend wird
es dort meist recht windig und kalt.

Bevor du es dir gemütlich machst, solltest du den Untergrund von spitzen, scharfkantigen Gegenständen befreien. Auch ein Blick nach oben kann nicht schaden. Achte im Wald auf herabtropfendes Harz und morsche Äste, die herabfallen könnten.

Bitte verlasse deinen gewählten Schlafplatz am nächsten Morgen so, wie du ihn vorgefunden hast.
Das heißt: Hinterlassenschaften ordentlich verbuddeln, Müll einsammeln und mitnehmen.

Wildcampen & Trekking-Camps

Planst du eine Übernachtung draußen in der Natur, dann denkst du bestimmt an ein unberührtes und abgeschiedenes Plätzchen. Bedenke aber, das Wildcampen nicht überall erlaubt ist. Die Regelungen sind von Land zu Land sehr verschieden, daher solltest du dich vor dem Draußenschlafen immer vergewissern, welche Regeln am gewählten Schlafplatz gelten.

Ein guter und vor allem legaler Kompromiss zum Wildcampen sind sogenannte Trekking-Camps, die es bei uns beispielsweise im Schwarzwald, im Spessart, in der Eifel, der Pfalz und in der Sächsischen Schweiz gibt.
Die Camps liegen abseits von Ortschaften, sind oft nur zu Fuß zu erreichen und verfügen meist über eine Feuerstelle
und ein kleines Toilettenhäuschen. Mehr nicht. Wasser und Verpflegung muss der Trekker selbst mitbringen.

Tipps & Infos zum Thema Wildcampen findest du in diesem Artikel.

Zelt, Tarp & Co.

Tarp in der Wildnis

Schlafsack und Isomatte

Je weniger Ausrüstung du mit dir herumschleppst, umso größer wird dein Abenteuer sein! Für eine Übernachtung in der freien Natur direkt unter dem Sternenhimmel benötigst du eigentlich nur eine Isomatte und eine Decke oder einen Schlafsack.

Wenn du unsicher bist, ob das Wetter tatsächlich hält oder dir das nächtigen im Schlafsack allein doch zu ungeschützt sein sollte, dann kannst du zusätzlich einen wasserdichten Biwaksack einpacken oder ein Tarp spannen, das als kleine luftige Überdachung vor Regen schützt.

Tarp & Hängematte

Das Tarp, eine meist rechteckige Plane mit Ösen oder Befestigungsschlaufen, ist ein echter Alleskönner im Outdoor-Alltag. Kaum ein Teil ist so vielseitig einsetzbar und so unkompliziert in der Handhabung. Die Plane eignet sich als Zeltersatz, Wetterschutz und als Abdeckung für deine Ausrüstung. Du kannst ein Tarp auch wunderbar als Unterlage nutzen,
wenn der Boden feucht ist und du die Isomatte oder den Zeltboden zusätzlich schützen möchtest.

Eine weitere luftige und naturnahe Alternative zur Übernachtung im Schlafsack ist das Schlafen in einer wetterfesten Hängematte. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, schläft man darin recht bequem und vor allem ohne drückende Wurzeln im Rücken.

Zelt

Die komfortabelste Möglichkeit in der Natur zu übernachten ist sicherlich das Zelt. Ein gutes Zelt bietet viel Schutz und du kannst darin auch bei einem Sturm oder heftigem Unwetter beruhigt schlafen. Auch Krabbelviecher haben schlechte Karten. Allerdings ist es deutlich schwerer als ein Tarp oder eine Hängematte und benötigt mehr Platz im Rucksack. Auch auf den Sternenhimmel beim Einschlafen musst du verzichten – zumindest wenn du das Außen- über das Innenzelt gelegt hast.

Knotenkunde

Knotenkunde

Das Beherrschen gängiger Knoten kann unterwegs sehr hilfreich sein. Hier einige Beispiele:
Einen Kreuzknoten nutzt man zur Verbindung zweier gleichstarker Seile. Er eignet sich als Bindeknoten zum Verschnüren von Paketen oder Bündeln.
Ein halber Schlag mit Slipstek ist ein Schlingen- bzw. Durchziehknoten und wird verwendet, wenn etwas schnell und vorübergehend festgebunden oder aufgehängt wird, aber schnell wieder lösbar sein soll.
Der (doppelte) Palstek ist ein besonders haltbarer Sicherungsknoten und wird bei hoher Belastung verwendet. Er ergibt eine Schlinge (Auge), die sich bei Beanspruchung nicht zuzieht.

Knotenkunde

Das Seilspannauge ist ein Hilfsknoten zum Straffen und Spannen eines Seiles.
Der (einfache) Palstek, oft als Festmacher oder Allzweck-Schlaufe verwendet, gehört zu den bekanntesten und weit­verbreitetsten Knoten. Er ist einfach zu knüpfen, hält gut und ist auch nach langer und wechselnder Belastung meist gut
zu lösen.

Aufschießen einer Leine:
Unter dem Aufschießen einer Leine versteht man das Zusammenlegen von Leinen (Seilen) in Schlaufen (Törns), um es
als Bunsch, eine Art geordnetes Bündel, so zu verstauen, dass es für die Benutzung jederzeit einsatzbereit ist und nicht verheddert. Dazu legt man die Leine so in die linke Hand, dass ein Ende halb solange herabhängt, wie die aufgeschossene Leine schließlich werden soll. Dann legt man mit der rechten Hand die Leine im Uhrzeigersinn so um die linke Hand, dass gleichgroße Schlingen entstehen. Ein ausreichend langes Ende lässt man überstehen und wickelt es vom unteren Drittel an dicht um die entstandenen Schlingen. Das restliche Stück wird durch das beim Umwickeln der Schlingen gebildete Auge gesteckt, von der entgegen gesetzten Seite her nochmals ganz um die Schlingen geführt und dann von rückwärts her unter diesem letzten Rundtörn hindurchgeführt und festgezogen.

Messer, Säge, Beil & Spaten

Outdoor-Werkzeuge

Messer

Ob zu Fuß, im Kanu oder mit dem Rad – wenn du längere Zeit in freier Natur unterwegs bist, dann solltest du ein gutes Messer dabei haben. Informiere dich aber vor deiner anstehenden Tour unbedingt über Einreisebestimmungen und Waffengesetze. Diese können von Land zu Land stark variieren.

Survivalmesser und Multifunktionsmesser halten oft nicht, was sie versprechen, leiern an den Scharnieren schnell aus und sind meist unverhältnismäßig schwer. Am besten wählst du ein einfaches Messer mit einer glatten, feststehenden Klinge aus rostfreiem Stahl, das gut in der Hand liegt.

Je besser du mit einem Messer umgehen kannst, desto kürzer kann die Klinge sein – 10 bis 12 cm sollten aber in jedem Fall ausreichen. Ein gutes Maß, um eine geeignete Messerlänge zu finden, ist die eigene Handbreite oder auch die Zeigefingerlänge.

Säge & Beil

Wenn du gerne über offenem Feuer kochst oder am Lagerfeuer sitzt, dann benötigst du Brennholz. Dazu schneidest du am besten Langholz mit einer kleinen (Hand-) Säge quer zur Faser in Stücke und spaltest diese gesägten Holzstücke mit einem Beil längs der Faser auf. Dabei solltest du Folgendes beachten:

  • Für einen sicheren Schlag solltest du dich breitbeinig hinstellen, das Beil mit der einen Hand am Ende des Stieles und mit der anderen kurz hinter dem Eisen greifen.
  • Um die Schneide nicht zu beschädigen, muss der Schlag immer im Holz landen und nicht im Waldboden oder gar auf Felsen.

Spaten

Möchtest du lieber in der Wildnis übernachten und nicht auf offiziellen Rastplätzen mit Trockentoiletten, dann kann ein kleiner (Klapp-) Spaten sehr nützlich sein. Suche dir bitte immer einen günstigen Platz abseits von Wanderwegen und Uferstreifen und grabe mit dem Spaten ein kleines 5 bis 10 cm tiefes Loch. In dieser Schicht verrotten Hinterlassenschaften am besten.

Feuer

Feuer

Ein wärmendes Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel ist stimmungsvoll und gemütlich, kann aber bei falschem Umgang verheerende Auswirkungen haben.

Lagerfeuer sind nicht überall und auch nicht jederzeit erlaubt. Wichtig ist es daher, vor deiner Tour die geltenden Regelungen und die aktuelle Waldbrandgefahr zu erfragen. Informationen erhältst du zum Beispiel in Touristeninformationen oder bei den zuständigen Gemeinden und der Feuerwehr. Verzichte bitte unbedingt darauf,
wenn das Feuermachen aufgrund von Trockenheit verboten wurde!

Wenn du in der Natur ein Feuer entfachst, musst du sicherstellen, dass dieses nicht außer Kontrolle gerät. Bereite also die Feuerstelle in jedem Fall so vor, dass Blätter, Zweige, Moos, trockenes Gras oder andere leicht brennbare Stoffe weggeräumt sind.

Neben der Feuerstelle sollte auch immer etwas zum Löschen bereitstehen (zum Beispiel eine Flasche Wasser), damit du im Notfall schnell handeln kannst. Lasse das Feuer niemals alleine und lösche es vor dem Verlassen des Lagerplatzes sorgfältig. Am besten lässt du das Feuer komplett herunterbrennen und erstickst die restlichen Flammen mit Wasser. Wende die Asche mehrmals, damit du keine Glutherde übersiehst.

Wenn du nicht an einer öffentlichen, gut befestigten Stelle Feuer gemacht hast, solltest du zusätzlich den Boden unter der Feuerstelle umgraben, bis keine Glut und kein Rauch mehr vorhanden sind.

Achte auch immer darauf, dass das Lagerfeuer genügend Abstand zu deiner Ausrüstung hat. Ruck- und Schlafsäcke sowie Funktionskleidung sind in der Regel aus Kunstfasern gefertigt, die Feuer und Hitze gegenüber sehr empfindlich sind. Feuer aus Laubhölzern neigen weniger zum Springen als Nadelholzfeuer, so kommt es weniger zu Brandlöchern durch springende Glut.

Offenes Feuer, Kocher, Trinkwasser & Müll

Verpflegung

Kochen über offenem Feuer

Anders als bei einem Herd lässt sich die Hitze eines Feuers nicht so einfach steuern und verteilt sich auch ziemlich ungleichmäßig in Töpfen und Pfannen. Rühre also beim Kochen das Essen oft um, damit nichts anbrennt.
Stelle den Topf oder die Pfanne nicht direkt ins Feuer, sondern auf einen Grillrost (falls einer vorhanden ist) oder eine weitere Schicht Holzscheite. Achte darauf, dass die Flammen nicht zu groß werden und verwende kein Kochgeschirr mit Teilen aus Plastik oder ähnlichen Materialien, die leicht schmelzen können. Die Glut kannst du wunderbar zum Grillen benutzen.
Auch Kartoffeln oder selbst gebackene Brotfladen lassen sich darauf prima zubereiten.

Gas- & Spirituskocher

Gas- und Spirituskocher sind praktische Alternativen zu offenem Feuer.

Gaskocher sind leicht zu bedienen, haben ein geringes Gewicht, ein kleines Packmaß und den großen Vorteil, dass sich die Flamme gut regulieren lässt. Sie arbeiten mit Schraub- oder Steckkartuschen, die relativ günstig und in verschiedenen Größen erhältlich sind. Nachteil ist, dass man die Kartuschen in manchen Ländern nicht kaufen kann oder nur schwer an
sie herankommt. Deshalb sollte man sich vor längeren Touren im Ausland genau informieren, ob und wo passende Gaskartuschen erhältlich sind.

Spirituskocher sind ebenfalls unkompliziert in der Handhabung und funktionieren auch bei Wind recht zuverlässig.
Sie bestehen oft aus zwei Töpfen und einem Deckel, der auch als Pfanne verwendet werden kann, einer Griffzange,
einem Windschutz und dem Brenner. Das gesamte Set kann praktisch zusammengepackt werden und ist schnell einsatzbereit. Befüllt wird der Brenner ausschließlich mit Spiritus oder reinem Alkohol über 55 %.

Ganz gleich, ob du jetzt über offenem Feuer brutzelst oder einen Kocher verwendest, vergewissere dich immer vor dem Anzünden, dass im näheren Umkreis keine brennbaren Materialien wie Zweige, trockenes Laub, Gras und dergleichen liegen. Auch solltest du einen Kocher niemals im Zelt benutzen!

Abwasch

Wenn du dich auf deiner Tour selbst verpflegst, fällt natürlich auch dreckiges Geschirr an. Zum Abwaschen eignet sich eine Faltschüssel, die man nach dem Gebrauch zusammendrücken und platzsparend im Rucksack verstauen kann. Verwende bitte in der Natur nur biologisch abbaubare Seife und benutze diese nie direkt im Wasser, sondern immer in einiger Entfernung zum Ufer. Ein tolles und umweltfreundliches Spülmittel ist Sand. Besonders verrußte und angebrannte Töpfe und Pfannen kannst du damit wieder auf Hochglanz polieren. Natürlich solltest du die Töpfe und Pfannen nach dem Schrubben ordentlich mit Wasser ausspülen.

Müll

Verlasse deine Schlafstelle bitte immer so, wie du sie vorgefunden hast. Lass keine Abfälle liegen und sammle auch den Müll anderer Trekker ein, wenn du welchen findest. Müll wiegt nicht all zu viel und ist an den dafür vorgesehenen Stellen schnell und leicht entsorgt. Offizielle Müllcontainer und Sammelstellen sind auf vielen Wanderkarten eingezeichnet. Bitte stelle Müllsäcke nicht direkt vor Müllcontainern ab, da sonst Wildtiere angelockt werden.

Auch Trockentoiletten oder Feuerstellen sind keine Abfalleimer. Papier und Pappe kannst du natürlich verbrennen oder als Anzündhilfe verwenden. Alle anderen Abfälle gehören in die aufgestellten Abfallbehälter oder in die mitgebrachte Mülltüte.

Trinkwasser

Kaum etwas kann einem das Outdoor-Abenteuer in der freien Natur so sehr vermiesen wie verunreinigtes Wasser. Bereits eine kleine Menge davon reicht aus, um krank zu werden. Du solltest deshalb stets wissen, wie du fließendes Wasser aus Flüssen, Bächen oder Seen aufbereiten kannst, um es trinken oder zum Kochen verwenden zu können.
Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Das Abkochen ist eine einfache und zuverlässige Methode, um Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze abzutöten. Gesundheitsgefährdende Chemikalien und Trübstoffe können dadurch aber nicht beseitigt werden. Außerdem benötigst du ziemlich viel Brennstoff. Das kann ein großer Nachteil sein, wenn du längere Zeit auf Tour bist.

Eine andere Möglichkeit ist es, Wasseraufbereitungstabletten mitzunehmen. Du kannst sie nur bei klarem, aber möglicherweise mit Keimen verunreinigtem Wasser nutzen. Allerdings helfen auch sie nicht gegen Chemikalien und Trübstoffe und das Wasser kann bei hoher Dosierung einen chemischen Beigeschmack bekommen. Benutze die Tabletten bitte nur innerhalb einer Trinkflasche oder Kanister und achte darauf, das keine Rückstände in einem Bach, Fluss oder See landen.

Wenn du unterwegs keine Gelegenheit hast, Wasser abzukochen, und auch keine Tabletten verwenden möchtest, dann eignet sich ein Wasserfilter bestens zur Reinigung. Er kann auch bei stark getrübtem Wasser genutzt werden und hilft zuverlässig gegen Bakterien, Trübstoffe und selbst Chemikalien.

Daneben gibt es noch die Möglichkeit Wasser mit UV-Bestrahlung zu filtern. Aber egal für welche Methode du dich letztendlich entscheidest, versuche immer fließendes Wasser zum Filtern zu finden. Verunreinigungen und Schmutz lassen das Wasser langsam fließen. Deshalb solltest du Wasser aus stehenden Gewässern und aus Gegenden in der Nähe von Vogelansammlungen und Sümpfen unbedingt meiden und auch kein Wasser direkt vom Uferrand schöpfen.

Hygiene in der Natur

Hygiene in der Natur

Outdoorseife

Zur Körperhygiene und zum Waschen von Kleidung und Geschirr solltest du ausschließlich Outdoorseife verwenden, die vollständig biologisch abbaubar ist und egal, ob du diese Seife gekauft oder selbsthergestellt hast, benutze sie bitte niemals in einem See, Fluss oder Bach, sondern immer an Land mit einigem Abstand zum Ufer. Suche dich nach dem Waschen auch immer nach Zecken ab.

Zahnpasta

Beim Zähneputzen solltest du auf herkömmliche Zahnpasta verzichten und diese schon gar nicht einfach in die Natur spucken. Normale Zahnpasta enthält oftmals Fluorid und andere Stoffe, die Gift für die Umwelt sind. Es gibt stattdessen umweltfreundliche Bio-Zahnpasta in Drogeriemärkten oder im Fachhandel.

Eine simple Alternative zur gekauften Zahnpasta ist weiße Asche. Wenn du also nach einem gemütlichen Abend am Lagerfeuer morgens aufwachst, dann musst du nur deine feuchte Zahnbürste in die Asche tauchen und wie gewohnt deine Zähne putzen. Achte aber darauf, dass du im Anschluss deinen Mund gut ausspülst.

Wenn dir der Geschmack von weißer Asche nicht zusagt, kannst du zum Beispiel vor deiner Tour einige Minzblätter trocknen, in einem Mörser zerstoßen und mit einer Prise Natron vermischen – schmeckt sehr erfrischend, kostet nicht viel und geht ruckzuck!

Medikamente & Insektenschutz

Eine kleine Rucksackapotheke sollte man während einer Outdoortour schon dabei haben. Bitte nimm deshalb unbedingt Folgendes mit:

  • persönliche Medikamente
  • Medikamente gegen Erkältung, Durchfall, Sonnenbrand und Insektenstiche
  • eine Zeckenschlinge, einige Pflaster und Verbandszeug

Es sollte aber wirklich nur ein kleines Notfall-Set sein, denn oftmals kann man unterwegs wunderbar improvisieren.
Essig, der eigentlich für einen Wildkräutersalat gedacht war oder eine heiße Zwiebel wirken entzündungshemmend,
lindern Juckreiz und helfen wunderbar bei Insektenstichen.

Manchmal hilft es auch, wenn man sich ein wenig in der Natur umschaut. Spitzwegerich zum Beispiel wächst an Wegrändern und auf Wiesen und ist fast überall in Europa zu finden. Durch seine Schleimstoffe ist er bei Husten und Halsschmerzen ein wahres Wundermittel. Für diese Zwecke ein paar Blätter in heißem Wasser ziehen lassen und den Tee in kleinen Schlucken trinken. Durch seine entzündungshemmende Wirkung ist der Spitzwegerich auch ein super Pflaster für unterwegs – einfach ein paar Blätter zwischen den Fingern rollen und den austretenden Saft auf kleine Wunden reiben. Dasselbe hilft übrigens auch gegen Schmerzen und Juckreiz bei Bienen- oder Mückenstichen.

Toilettengang

Nur im äußersten Notfall, falls keine Toilette in der Nähe ist, solltest du dein Geschäft und auch das Toilettenpapier an einem abgelegenen Ort vergraben. Bitte lass niemals Toilettenpapier in der Natur liegen, auch nicht um das Revier zu markieren oder um andere Leute zu warnen, dass du bereits vor ihnen da warst. Binden und Tampons haben in der Natur und auch in Trockentoiletten nichts verloren und gehören in die Mülltüte.

Pilze, Beeren & Wildkräuter

Pflanzen

Wälder und Wiesen sind voller Leckereien. Um deinen Speiseplan während einer Trekkingtour zu erweitern, kannst du,
je nach Saison, Pilze, Beeren und Wildkräuter sammeln. Beachte aber bitte Folgendes:

  • Esse nur Pilze, Beeren und Wildkräuter, die du wirklich kennst!
  • Zerstöre beim Sammeln die Pflanzen nicht.
  • Sammle immer nur so viele Pilze, Beeren und Wildkräuter, wie du auch essen kannst.

Natürlich solltest du alles vor dem Verzehr gut waschen und am besten erhitzen. Aus Pilzen kannst du zum Beispiel eine deftige Pilzpfanne zaubern, aus Blaubeeren ein paar fluffige Pfannkuchen backen und aus Wildkräutern einen leckeren Tee aufbrühen.

Pilze

Pilze mögen es gerne feucht, warm und geschützt. Sie wachsen oftmals in bemoosten Mulden, an kleinen Hängen und Baumstümpfen. Schneide Pilze nicht mit einem Messer ab, sondern drehe sie sanft und vorsichtig aus dem Boden und sammle bitte nur Pilze, bei denen du wirklich sicher über die Sorte bist. Lass lieber die Finger von Sorten, die du noch nie gesehen hast!

Wildkräuter

Mit Wildkräutern kannst du fade Trekkingmahlzeiten aufpeppen, Salate zubereiten oder dir einen leckeren Tee kochen. Doch genau wie beim Pilze sammeln, solltest du lernen, die essbaren von den giftigen Pflanzen sicher zu unterscheiden.

Beeren

Nachmittags sind Beeren besonders süß. Pflücke aber nur intakt aussehende, vollreife Beeren, denn von Schädlingen befallene oder unreife Früchte können richtig auf den Magen schlagen. Wenn sie sich leicht abzupfen lassen und eine kräftige Farbe haben, dann haben sie den richtigen Reifegrad. Beeren solltest du immer gut abwaschen und nach Möglichkeit nicht roh verzehren.

Tierwelt

Tiere

Tiere beobachten

Eichhörnchen, die flink durch die Baumwipfel huschen, äsende Rehe auf einer Lichtung oder ein Fuchs, der durch das Unterholz streicht – während einer Trekkingtour auf wild lebende Tiere zu treffen und sie in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu können, ist immer wieder schön und aufregend.

Wenn du gerne wilde Tiere beobachtest, empfehle ich dir, ein Fernglas dabei zu haben. So hast du die abwechslungsreiche Tierwelt während deiner Tour stets im Blick und kannst den nötigen Abstand zu den Tieren einhalten. Auch ein kleines Tierbestimmungsbuch kann interessant und nützlich sein.

Spuren lesen

Spuren lesen macht Spaß und bietet eine ideale Möglichkeit, die Tierwelt um sich herum bewusster wahrzunehmen und etwas über sie zu lernen.

Am besten machst du dich am frühen Morgen oder in den Abendstunden auf die Suche. Dann sind die meisten Tiere aktiv und die Chancen stehen gut, frische und unbeschädigte Spuren zu finden.

Suche Stellen, wo Spuren deutlicher zu sehen sind wie zum Beispiel Schlamm oder Sand.

Schaue dich nicht nur nach Abdrücken von Pfoten oder Hufen um, sondern achte auch auf plattgedrückte Pflanzen, Fressspuren oder Hinterlassenschaften.

Es ist immer wieder erstaunlich, was man alles entdeckt, wenn man die Augen offenhält und sich mal die Zeit nimmt, genauer hinzusehen.

Richtiges Verhalten

Bitte halte stets genug Abstand zu wilden Tieren und störe sie nicht in ihrem natürlichen Lebensraum.
Betrete keine Schutzgebiete und Brutstätten und berühre keine Nester, Eier und Jungtiere.

Beobachte die Tiere in deiner Umgebung. Wird zum Beispiel ein Vogel ungewöhnlich zudringlich oder unruhig, kann das bedeuten, dass du seinen Eiern oder Jungen zu nahe gekommen bist. Ziehe dich in solchen Fällen langsam und vorsichtig zurück.

Erkundige dich vor deiner Tour über das Gebiet, in dem du dich aufhalten willst. Informationen erhältst du auf den Internetseiten von Nationalparks, in Touristeninformationen oder bei den zuständigen Gemeinden, Forstämtern und Forstverwaltungen.

Bist du auch so gerne in der Wildnis unterwegs und hast vielleicht noch einige Tipps für mich?

Hinweis: Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung durch Markenerkennung/Markennennung, werbende Inhalte und/oder Werbelinks*. Mehr zum Thema Werbung auf meinem Blog liest du hier.

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