Planst du eine Tour durch eine abgeschiedene Gegend, in der du nur schwer oder gar nicht an eine Gaskartusche kommst oder müsstest du deine teure ultraleicht Kochausrüstung tagsüber oft im Zelt lassen, weil du kleinere Ausflüge unternehmen möchtest. Dann lohnt sich vielleicht der Bau eines Dosenkochers. Ein Verlust ist leicht zu verschmerzen, er ist günstig und wiegt außerdem nicht viel. Mittlerweile gibt es zahlreiche Varianten zum Nachbauen. Hier stelle ich dir den bekanntesten Spirituskocher aus einer Dose zum Selberbauen vor, den Beer Can Stove – inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Hinweis: So eine lodernde Spiritusflamme ist nicht ohne! Bevor du also ein Feuer entfachst, musst du sicherstellen, dass dieses nicht außer Kontrolle gerät. Bereite die Feuerstelle in jedem Fall so vor, dass leicht brennbare Stoffe weggeräumt sind. Halte auch immer etwas zum Löschen bzw. zum Abdecken der Flamme bereit und beachte bitte auch die Sicherheitshinweise auf der Spiritusflasche. Am besten übst du den Umgang mit Kocher und Spiritus einige Male zu Hause und nicht erst während deiner Trekkingtour.

Die passende Dose für deinen Kocher

Dosen

Für den Bau eines Beer Can Stove benötigst du – wie der Name ja bereits vermuten lässt – eine Bierdose. Am besten eignen sich die hohen, schmalen 500 ml Dosen aus Aluminium. Soll dein Kocher noch etwas kleiner und leichter ausfallen, kannst du alternativ auch eine 250 ml Energydrink- oder Proseccodose verwenden. Ich habe beide Varianten nachgebaut, zeige dir hier in der Schritt-für-Schritt-Anleitung die einzelnen Arbeitsschritte aber anhand der größeren Bierdose. Nur am Anfang und am Ende habe ich beiden Dosen und die fertigen Kocher zum Vergleich nebeneinander fotografiert.

Diese Werkzeuge benötigst du

Werkzeuge

Für den Bau deines Kochers brauchst du neben einer Dose noch folgende Werkzeuge:

  • mittelgrobes Schleifpapier (40er Körnung)
  • feines Schleifpapier (100er Körnung)
  • Dosenöffner (optional)
  • Lineal oder Maßband
  • Bleistift
  • Cuttermesser
  • kleine Schere
  • Nadel oder Bohrer

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Dosen polieren

Schritt 1 Also, dann legen wir mal los! Zunächst schleifen wir mit einem Stück mittelgrobem Schleifpapier den Aufdruck auf der noch gefüllten Dose ab. Das ist eine ziemlich fummelige Arbeit, aber nach rund zwanzig Minuten ist es geschafft und die Dose blitzblank poliert. Am besten ziehst du dir dafür ein Paar Handschuhe über und trägst eventuell noch eine Maske, die Mund und Nase bedeckt, denn das Ganze wird extrem staubig.

Dieser erste Schritt ist optional, da ich die Dose ohne Aufdruck aber schöner finde und sich der Aufwand in Grenzen hält, nehme ich mir die Zeit dafür.

Dose austrinken

Schritt 2 So, der erste Arbeitsschritt ist erledigt und deine Dose schimmert silbergrau. Nun kannst du sie ganz normal öffnen und den Inhalt austrinken. Nachdem du die Dose geleert hast, musst du sie mit reichlich Wasser ausspülen, sonst werden die nächsten Schritte eine ziemlich pappige und klebrige Angelegenheit.

Dose öffnen

Schritt 3 Als Nächstes musst du den Innendeckel der Dose heraustrennen. Das geht ganz einfach mit einem ganz normalen Dosenöffner. Falls du keinen zur Hand hast, kannst du auch ein Cuttermesser verwenden.

Dosenoberteil abschneiden

Schritt 4 Jetzt schneidest du das Oberteil der Dose ab, das gleichzeitig auch die Höhe deines Kochers bestimmt. Stelle dafür die Dose auf den Kopf und zeichne mit einem Lineal oder Maßband von unten gemessen die Schnittkante ein. Bei dem größeren Kocher aus der Bierdose habe ich sie bei 5 cm, bei dem kleineren Kocher aus der schmalen Proseccodose bereits bei 4 cm eingezeichnet. An dieser Schnittkante trennst du jetzt mit einem Cuttermesser die Dose in zwei Teile. Ungleiche und ausgefranste Ränder kannst du anschließend mit einer kleinen Schere und etwas Schleifpapier bearbeiten und glätten. Den unteren Teil der Dose stellst du erst mal zur Seite, den brauchen wir dann später wieder.

Brennerdüsen formen

Schritt 5 Nun werden die Brennerdüsen geformt, die für ein gleichmäßiges Flammenbild sorgen werden. Greife dazu mit einer Hand in die Dosenöffnung und halte in der anderen Hand das Cuttermesser. Mit der Klinge drückst du die Dose jetzt ein wenig gegen zwei Finger, sodass eine Kerbe entsteht. Du kannst einfach irgendwo beginnen und dann immer eine Fingerbreite weiterwandern, bis du einmal rundherum bist. Die Kerben enden an der Falz des Oberteils, wo sich die Dose zur Öffnung hin verjüngt und werden nach unten hin etwas breiter. Wenn du alles richtig gemacht hast, sieht das Dosenoberteil jetzt aus wie eine Blume.

Kocher zusammenbauen

Schritt 6 Im nächsten Schritt trennen wir den Dosenboden ab. Dazu stellen wir den unteren Teil der Dose, um den wir uns bisher noch nicht gekümmert haben, vor uns hin und messen ungefähr 4 cm ab (bei der Proseccodose sind es etwa 3 cm). Die richtige Höhe muss auf Höhe der Falz am Dosenoberteil liegen – also am besten dort noch einmal nachmessen. Hast du den Boden abgetrennt, musst du den Kocher nur noch zusammenbauen. Dazu steckst du das blumenförmige Oberteil mit den Brennerdüsen einfach in den gerade abgetrennten Dosenboden. Zum Schluss bohrst du mit einer Nadel noch ein kleines Loch in den oberen Rand des Kochers, damit er später Luft ziehen kann, wenn die Öffnung durch den Topf abgedeckt ist.

Brennender Kocher

Hier siehst du nun die beiden fertigen Kocher. Links den Kleineren aus der Proseccodose und daneben den etwas Größeren aus der Bierdose. Die Flammen lodern ziemlich hoch, verteilen sich aber gleichmäßig durch die eingedrückten Kerben, sobald ein Topf auf dem Kocher steht.

Mein Fazit

Der Beer Can Stove ist superleicht und ohne viele Werkzeuge herzustellen. Zur Not könntest du dir sogar einen Kocher unterwegs auf Tour bauen, wenn du auf die Feinarbeiten wie das Abschmirgeln des Aufdrucks oder das Glätten der Kanten verzichtest. Er ist leicht (je nach Dosenart ca. 8 bis 12 g) und benötigt keinen zusätzlichen Topfständer. Das spart noch mal an Gewicht, ist allerdings gleichzeitig auch ein Nachteil, denn der Topf steht somit direkt auf dem Brenner. Wenn er umkippt, kippt auch dein Kocher inklusive brennendem Spiritus – und das kann verheerende Folgen haben. Ohne Topf hast du eine sehr hohe, lodernde Flamme und auch an den Seiten schlagen die Flammen mit zunehmender Brenndauer außen am Topf vorbei. Vom Kochen in der Apsis würde ich deshalb dringend abraten. Benutzt du ihn aber auf einem Stein oder einer gesicherten Feuerstelle, hast du mit dem Beer Can Stove einen Kocher mit ordentlich Bums, der im Nu auch den Inhalt größerer Töpfe warm bekommt.

Was hältst du von selbst gebauten Kochern? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Kocherbau Teil II inkl. Bauanleitung für den Penny Stove findest du hier.

Was du sonst noch alles benötigst, um draußen zu kochen und wie du dich dabei richtig verhältst, erfährst du in meinem Artikel Outdoor Cooking: Kochen unter freiem Himmel.

Du planst schon lange eine Tour durch die Wildnis? Würdest so gerne einmal unter freiem Himmel kochen, schlafen
und am Lagerfeuer die Sterne beobachten, traust dich aber nicht? Vielleicht hilft dir ja mein kleiner Outdoor-Guide.

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Mehr zum Thema Werbung auf meinem Blog liest du hier.

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2 Comments

    • Jane Reply

      Hallo Mirko,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Wünsche dir viel Spaß beim Nachbauen und natürlich dann auch beim Kochen!

      Liebe Grüße
      Jane

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